Altenrhein, 29. Oktober 2026
Die Ankündigung der People’s Air Group, die Flugfrequenz nach Wien ab dem Frühjahr 2027 drastisch zu erhöhen, stösst bei der «Aktion gegen Fluglärm» (AgF) auf scharfe Kritik.
Zwar begrüsst die Organisation den angekündigten Wechsel auf die kleinere und emissionsärmere Dornier 328 als Schritt in die richtige Richtung, um Lärm und CO₂-Ausstoss pro Flugzeug zu reduzieren. Gleichzeitig verurteilt sie jedoch den geplanten Ausbau des Flugangebots nach Wien aufs Schärfste. Ab März 2027 sind an Werktagen drei statt zwei Rotationen und sonntags eine Verdoppelung auf zwei Verbindungen geplant.
«Das ist ein blanker Hohn», erklärt Cécile Metzler, Präsidentin der AgF. «Ein solcher Ausbau in Zeiten der massiven Klimaerwärmung, in denen wir jeden Tag die Folgen des globalen CO₂-Ausstosses spüren, führt jeden Klimaschutz ad absurdum.»
Besonders unverständlich ist der Ausbau aber auch vor dem Hintergrund der aktuellen Marktrealität. Dass die Airline auf ein kleineres Flugzeug mit nur noch 32 Sitzplätzen umsteigt, ist ein Eingeständnis der sinkenden Nachfrage: Die Passagierzahlen haben sich seit Corona halbiert, wie die People’s Air Group selber sagt. Statt daraus Konsequenzen zu ziehen und den Flugbetrieb entsprechend zu verkleinern, ergreift sie nun die Flucht nach vorn. Wenn diese Flugzeuge künftig sechsmal statt viermal täglich die Bodensee-Region überfliegen, belastet das Anwohnende und Natur noch stärker als bisher. «Das ist ein Affront gegenüber den Menschen, die hier wohnen», sagt Cécile Metzler.
Der Schutzverband AgF fordert die People’s Air Group auf, diese ökologisch und ökonomisch fragwürdige Strategie zu überdenken und die Zahl der Flugbewegungen konsequent zu begrenzen – mindestens auf dem heutigen Niveau.
Aktion gegen Fluglärm AgF
071 855 35 28
agf@bluewin.ch
https://www.agf-altenrhein.ch/
«Ein kleineres Flugzeug bringt den Anwohnenden gar nichts, wenn es dafür öfter fliegt. Mehr Starts und Landungen bedeuten schlicht mehr Lärmspitzen und weniger Ruhepausen – grad auch am Wochenende. Das ist kein Fortschritt, das ist ein Affront gegenüber den Menschen in der Region.»
Cécile Metzler, Präsidentin Aktion gegen Fluglärm AgF